Projekt Historie

Das gesellschaftliche Engagement kleinst- und mittelständischer Betriebe im Freistaat Thüringen hat eine lange Tradition, denn diese z.T. familiengeführten Unternehmen wissen: Wer in die Region investiert, investiert auch in die Grundlage des eigenen Erfolgs. In den Projekten Verantwortungspartner Thüringen von April 2012 bis Dezember 2014 und Thüringer Unternehmen im Dialog (ThUiD) Mai 2015 bis Juni 2018 unterstützt die Thüringer Ehrenamtsstiftung dieses Unternehmensengagement und somit die Chance, die Zukunft mitzugestalten.

2012-2014

Verantwortungspartner Thüringen / Pilot-Region Südthüringen

Die bundesweit von der Bertelsmann Stiftung 2012 ins Leben gerufene Aktion Verantwortungspartne rund Unternehmen für die Regionhat mit Thüringen einen weiterenstarken Partner gefunden.

Die bundesweit von der Bertelsmann Stiftung 2012 ins Leben gerufene Aktion Verantwortungspartner und Unternehmen für die Region hat mit Thüringen einen weiteren starken Partner gefunden. Unter dem Dach und der Führung der Thüringer Ehrenamtsstiftung wurden mit dem Projekt Verantwortungspartner Thüringen Möglichkeiten erschlossen, diese Problemlage praxisnah, zielführend und mit Kontinuität anzupacken.
Verantwortungspartner Thüringen ist ein Netzwerk aus engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern, Schulen, Kommunen und gemeinnützigen Organisationen, welches sich zum Ziel gesetzt hat, diese Probleme regional gemeinsam zu lösen. Damit wurde eine neue Kultur der vertrauensvollen Zusammenarbeit in der Gesellschaft geschaffen, um den Wandel nachhaltig und vor allem auch gemeinsam zu gestalten.
Für den Mittelstand ergaben sich damit nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch neue Perspektiven. Mit seinem Engagement hat er reale Chancen, die regionale Zukunft direkt mitzugestalten und Einfluss auf die wirklich wichtigen Problemlösungsfelder zu nehmen.


Initiative JES

Die Initiative JES – Jugend entwickelt Südthüringer Wirtschaft bildete das Fundament der Verantwortungspartner-Region Thüringen. Um dem Trend der Abwanderung junger Menschen entgegenzuwirken, engagieren sich die Verantwortungspartner für die Ideen der Jugendlichen und rufen zu einem Ideenwettbewerb auf. Unternehmerinnen und Unternehmer gehen in die Schulen der Region und suchen den Dialog mit den Auszubildenden von morgen.
Ziel der Initiatoren ist und bleibt der Aufbau eines stabilen und zukunftsfähigen Netzwerks aus Unternehmen, Schulen und Zivilgesellschaft zum Vorteil aller Beteiligten. Begonnen hatte alles mit einem Ideen-Wettbewerb. Dieser stärkte die Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit Jugendlicher zur Berufs- und Lebensorientierung. Die Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ab der 8. Klasse suchten gemeinsam mit ihren Verantwortungspartnern nach Lösungen, um ihre Region für berufliche Perspektiven sowie zum Hierbleiben attraktiver zu machen.

Die Initiative JES – Jugend Die Unternehmen begleiten weiterhin die Schülerprojekte als Mentoren, beraten und unterstützen die Schulen organisatorisch sowie logistisch. Mit dem Motto „Wir gründen Zukunft – Ausbildung für Berufs- und Lebensorientierung“ wurden die positiven und nachhaltigen Erfahrungen von JES genutzt, um an Regelschulen, Gymnasien und berufsbildenden Gymnasien die Schüler ab der siebten Klasse mit den Ausbildungsmöglichkeiten der Region und des Landkreises bekannt zu machen.

Der Grundstein für die Initiative SURE – Sportvereine Unterstützen Regional Engagieren im Landkreis Hildburghausen wurde bereits 2013 im Rahmen des Projektes Verantwortungspartner Thüringen gelegt, etablierte sich dann durch ThUiD – Thüringer Unternehmen im Dialog. Der Kreissportbund schaffte zusammen mit der heimischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen die Voraussetzungen, damit Schüler an Sportausbildungen teilnehmen können. Die Kooperation des KSB mit 19 Unternehmen sowie 14 Sportvereinen und vier Schulen trägt große Früchte. Die Partner haben die Voraussetzungen dafür geschaffen und bereits ca. 100 Sporthelfer, 13 Übungsleiter-C und 24 Vereinsmanager-C ausgebildet.


Gute Sache

Die neue Qualifizierungsreihe GUTE SACHE – Qualifizierung für Unternehmenskooperationen ab Oktober 2014 fördert die Zusammenarbeit zwischen gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen: Gemeinnützige können den Unternehmen einiges bieten. Denn sie sind im Gemeinwesen die Experten für Soziales, Bildung, Jugendarbeit, Sport, Kultur und für viele andere Bereiche, sprich: für all die „weichen Standortfaktoren“, die für den Erfolg eines Unternehmens immer wichtiger werden. Von einer Zusammenarbeit profitieren also beide Seiten.
GUTE SACHE, koordiniert von der Thüringer Ehrenamtsstiftung, initiiert und fördert Kooperationen zwischen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen. GUTE SACHE lädt ihre Teilnehmer dazu ein, auf Dauer zusammenzuarbeiten und gemeinsame Ziele zu verfolgen. In den Workshops, Seminaren und Praxisprojekten der bundesweit erfolgreichen Qualifizierungsreihe lernen die Mitarbeiter gemeinnütziger Vereine und Einrichtungen, wie sie jenseits von Spenden und Sponsoring mit Unternehmen kooperieren können. Partnerin ist die Organisation UPJ (Unternehmen Partner der Jugend), die das Programm bundesweit koordiniert.

Projektflyer Verantwortungspartner – Region Thüringen, Oktober 2013

Broschüre Verantwortungspartner – Region Thüringen, Oktober 2013

Broschüre Verantwortungspartner – Unternehmen in Thüringen stärken, Februar 2015


2014-2016

Verantwortungspartner Thüringen Wartburgregion und Eisenach

Beeindruckt und hoch motiviert durch das Erreichte in Südthüringen, startete die Wartburgregion mit Eisenach als zweite Region des Projektes Verantwortungspartner Thüringen im Januar 2014.

Nach den Erfahrungen der ersten Projektlaufzeit im ESF geförderten Projekt von Verantwortungspartner Thüringen von April 2012 bis Dezember 2014, konnte man zusammenfassend sagen: es hat sich gelohnt. Entstanden sind Unternehmens-Netzwerke in Südthüringen und im Wartburgkreis. Die Zusammenarbeit und ein gemeinsames Konzept zu CSR* Strategien mit Schulen der Region, mit Partnern aus dem Sport, der Verwaltung und der Politik förderte den Dialog und das Verständnis füreinander.
Jugendliche konnten gezielt an unternehmerisches Denken herangeführt und mit den Unternehmen der Region bekannt gemacht werden. Das Interesse von Jugendlichen, ihre Ausbildung in einem Unternehmen vor Ort zu absolvieren, stieg mit dem direkten Kontakt und Einblick in die Unternehmen. Aber auch die Unternehmen lernten die Erwartungen und Erfordernisse, die Jugendliche an eine gute Ausbildungsstelle haben, kennen und nahmen sich dieser an.
Aus den positiven Erfahrungen sollten nun auch weitere Unternehmen mit ihren Mitarbeitern, aber auch Jugendliche profitieren können. Seit dem 1. August 2015 wurde Verantwortungspartner Thüringen als ThUiD – Thüringer Unternehmen im Dialog fortgeführt.

Die Initiative W.I.R. – Wünsche formulieren. Ideen entwickeln. Region stärken. In der Wartburgregion mit Eisenach bildet den Rahmen für Dialoge zwischen den regionalen Unternehmen und der Jugend vor Ort.

Zahlreiche Projekte sind zwischen Unternehmen, Schulen und Jugendeinrichtungen inner-halb der W.I.R. Initiative der Wartburgregion im Rahmen des Projektes ThUiD – Thüringer Unternehmen im Dialog umgesetzt worden: Unternehmer-Frühstück, Berufemärkte, Speed-Datings zwischen Schülern und Geschäftsführern, Betriebsbesichtigungen, Projekttage – all das waren spannende Anlässe, um einmal in die Berufswelt hinein zu schnuppern. Eine entspannte Atmosphäre ermöglichte es den Schülern, manche Frage los zu werden, etwa: Welche Möglichkeiten haben junge Leute in der Region?, Welche Anforderungen werden von Unter-nehmen an junge Menschen gestellt?, Welche Erwartungen haben junge Leute?, Gibt es Unterschiede in der Bezahlung zwischen Ost und West und warum lohnt es sich hierzubleiben? Dem Initiativkreis der W.I.R. Initiative war wichtig, dass etwas Nachhaltiges entsteht und bleibt. Um den Dialog mit der Jugend weiter zu fördern, brauchte es etwas Zeitgemäßes. Etwas, wo Informationen, Kommunikation, audio-visuelle Medien und Interaktivität möglich sind – die Idee einer Internet-Plattform war geboren. Das damalige Start-Up Unternehmen Bo-B.de wurde bereits im Herbst 2016 auf die W.I.R. Initiative aufmerksam. Auf ein erstes Kennenlernen folgte ein zweites mit den Mitgliedernder Initiative. Schnell war klar, da gab es bereits etwas richtig Gutes, worauf die Initiativeaufbauen konnte, ohne das Rad neu erfinden zu müssen. Parallel wurden die Gespräche mit dem Landratsamt Bad Salzungen und ihrer Plattform Karriereheimat.de aufgenommen. Nach mehreren Testläufen mit Schülern wurde in einer Pressekonferenz im November 2017 vor gut 30 Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Bildung im Landratsamt Bad Salzungen gestartet. Über eine spezielle Kartenvisualisierung auf der Seite lassen sich der passende Lern-, Studien- und Berufsschulstandort oder eine Berufsmesse leicht finden.

Im April 2016 legte die Thüringer Ehrenamtsstiftung mit der Qualifizierung zum Betrieblichen Pflegelotsen in Thüringen einen neuen Meilenstein. Themen wie die Folgen des Demografischen Wandels, der Mangel an Auszubildenden und Fachkräften, die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf sind Sorgen, die nicht nur Thüringen, sondern das ganze Land umtreibt. Die Qualifizierung zum Betrieblichen Pflegelotsen wird durch die ThAFF und die Thüringer Ehrenamtsstiftung ermöglicht und durch das AWO Bildungswerk Thüringen durchgeführt.


2016-2018

ThUiD – Thüringer Unternehmen im Dialog Unstrut-Hainich-Kreis

ThUiD – Thüringer Unternehmen im Dialog entwickelt mit Partnern Problemlösungsstrategien für die Region und verwirklicht die Vernetzung von kleinen und mittelständigen Unternehmen.

Die Schirmherrschaft für ThUiD – Thüringer Unternehmen im Dialog im Unstrut-Hainich-Kreis übernahm Landrat Harald Zanker. Nach dem erfolgreichen Auftakt im November 2015 wurden erste Weichen für eine Umsetzung des Projektes in der Region Unstrut-Hainich gestellt. Die Initiativkreissprecher der Regionen Südthüringen und Wartburgregion berichteten von den Erfahrungen und Erfolgen der engagierten Unternehmen und dem Netzwerk.

Für den Unstrut-Hainich-Kreis sollten Synergie-Effekte genutzt und ein beständiges Netzwerk geschaffen werden. Schlagworte, wie die Bedeutung von Arbeit für die Region, die Stärkung von Leben und Struktur, von Bildung und Integration wurden von den Interessierten Unternehmen genannt. Insbesondere die Integration von Flüchtlingen durch Förderung beruflicher Chancen im Unternehmen wurde Thema in einer Gesprächsrunde zum Thema Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen – Herausforderungen und Chancen. Fachkundige Gesprächspartner standen aus dem Landratsamt Unstrut-Hainich, dem Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e.V. und iQ-Netzwerk Thüringen zur Verfügung.

Broschüre ThUiD Januar 2017


ThUiD – Thüringer Unternehmen im Dialog Saale-Orla-Kreis

Die Thüringer Ehrenamtsstiftung, das Landratsamt des Saale-Orla-Kreis und die Kreissparkasse Saale-Orla starteten im Februar 2017 mit ThUiD – Thüringer Unternehmen im Dialog.

Nach dem erfolgreichen Auftakt und mehreren Treffen definierten die Unternehmer die gemeinsame Initiative Kommunales Dasein.
Mit bestehenden Strukturen, wie der LEADER-Aktionsgruppe Saale-Orla e. V., dem BVMW Kreisverband Greiz/Saale-Orla-Kreis und dem Saale-Orla-Kreissportbund e.V. möchten die Unternehmen mit ihren spezifischen Kompetenzen und Ressourcen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme im Saale-Orla-Kreis beitragen. Lokal und regional tätige gemeinnützige Organisationen sind die Experten für Bildung, Soziales, Jugendarbeit, Sport, Kultur, Ehrenamt und Umwelt und die idealen Partner für engagierte Unternehmen.

Im Mai 2018 wird der Tagesworkshop Gute Sache KOMPAKT – Unternehmenskooperation für gemeinnützige Organisationen über den UPJ e.V. in Schleiz durchgeführt und beruht auf den Erfahrungen des umfangreicheren Qualifizierungsprogramms GUTE SACHE, das bereits 2014 Organisationen wirkungsvoll für die Kooperation mit Unternehmen qualifiziert hat.


Abschluss-Statement

Die Gesellschaft fordert gemeinsames, starkes Handeln im besten Sinne für die Menschen und die Umwelt, die wir uns mit allen Lebewesen teilen. Um gemeinsam zu handeln braucht es das Wissen voneinander, das Vertrauen aufeinander und das Verlassen, dass gemeinsam Beschlossenes auch umgesetzt wird.

Die heutige Zeit ist gekennzeichnet von gesellschaftlichen Veränderungen und globalen Wandel. Wir sind mit völlig neuen Herausforderungen konfrontiert, deren Lösungen nicht immer sofort auf der Hand liegen. Neue Seiten unternehmerischer Verantwortung sind aufzuschlagen und traditionelle Unternehmens-Werte erhalten nicht nur eine Renaissance, sondern auch eine weitergehende Gewichtung.
Besonders in den letzten Jahren rückte die immer zahlreicher ins Feld geführte gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in den Focus der Öffentlichkeit. Dabei spielen vor allem die mittelständisch geprägten und familiengeführten Unternehmen eine besondere Rolle. Deren gesellschaftliches Engagement liegt in ihrem ureigenen Selbstverständnis und ist tief in ihrer Unternehmenskultur verwurzelt. Das gesellschaftliche Engagement dieser Betriebe hat eine lange Tradition und war für sie immer überlebenswichtig. In Thüringen stehen wir unter anderem vor der Herausforderung, dem Fachkräftemangel und der Abwanderung von Jugendlichen Einhalt zu gebieten und dafür praktikable Lösungen zu finden. Für den Mittelstand ergeben sich damit nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch neue Perspektiven. Mit seinem Engagement hat er reale Chancen, die „regionale Zukunft“ direkt mitzugestalten und Einfluss auf die wirklich wichtigen Problemlösungsfelder zu nehmen. Denn Unternehmerinnen und Unternehmer wissen: Wer in die Region investiert, investiert in die Grundlagen der eigenen Existenz und in die nachfolgenden Generationen, die diese Kultur des unternehmerischen Engagements zum Gelingen des Gemeinwohls weiter tragen und einsetzten.
In diesem Sinne werden die Unternehmenskulturen mittelständischer Unternehmen eine neue Blüte erleben. Sie werden dazu beitragen, den Gedanken des sozialen Zusammenhaltes und der individuellen Verantwortung für das Gedeihen einer Region auf ein neues Niveau zu befördern. Denn ein Land, in dem eine zukunftsorientierte Unternehmenskultur auf eine engagierte Gesellschaft trifft, wird sich immer auch durch einen starken sozialen Zusammenhalt auszeichnen.

Lutz Frischmann, Geschäftsführer der Frischmann Kunststoffe GmbH Eisfeld; Botschafter der Initiative „Unternehmen für die Region“ der Bertelmann Stiftung und Sprecher des Initiativkreises „Verantwortungspartner Thüringen“


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Das Projekt GEMEINSAM UNTERNEHMEN wird einen Initiativkreis mit Unternehmen aus ganz Thüringen unterstützt. Es engagieren sich : AUTOHAUS DOMANN GMBH; INGENIEURBETRIEB KATZUNG GMBH: